Wie ich eine Trauerrede schreibe
Eine Trauerrede entsteht im Zuhören
Vielleicht fragen Sie sich gerade, ob eine Fremde überhaupt die richtigen Worte für Ihren Menschen finden kann. Die Frage ist berechtigt. Ich stelle sie mir vor jeder Trauerrede selbst.
Die Antwort liegt in dem, was zwischen uns passiert, bevor ich das erste Wort schreibe. Sie erzählen mir von ihm oder von ihr, und ich höre zu, bis ich diesen Menschen kenne. Erst dann fange ich an. Ich habe noch nie eine
Trauerrede
geschrieben, bevor ich verstanden hatte, wen ich da verabschiede.
Manchmal dauert das.
Erinnerungen
kommen nicht auf Kommando, in den Tagen nach einem Todesfall schon gar nicht. Sie müssen nichts vorbereiten und nichts richtig machen. Sie erzählen, ich frage nach, und wenn Sie mittendrin weinen, warten wir.
Ein ganzes Leben passt in keine Trauerrede. Wir könnten eine Woche zusammensitzen und wären nicht fertig. Deshalb schreibe ich keinen Lebenslauf. Ich suche den einen Faden, an dem für Sie alles hängt. Wenn Sie ihn hören, erkennen Sie Ihren Menschen wieder, auch wenn vieles ungesagt bleibt.
Ich bin Patricia Rind,
freie Trauerrednerin und
Trauerbegleiterin
in der Metropolregion Rhein-Neckar. Jede Lebensrede, die ich schreibe, ist ein
Unikat. Keine Passage daraus taucht je in einer anderen Trauerrede wieder auf.
Was dabei entsteht, soll wahr sein und tragen. Und am Ende soll jeder im Raum spüren, dass dieses Leben Bedeutung hatte.
Das Trauergespräch
Vielleicht fragen Sie sich, was Sie bei diesem Termin überhaupt erzählen sollen.
Nichts, was Sie vorbereiten müssten. Ich bringe die Fragen mit. Sie antworten so weit, wie Sie an diesem Tag kommen, und was Ihnen zwischendurch entfällt, hole ich mit einer Frage zurück.
Wir treffen uns einmal, und dieses eine Mal nehmen wir uns Zeit.
Ich komme zu Ihnen, an den Ort, an dem Sie sich sicher fühlen. Zu Ihnen nach Hause in Ludwigshafen, Mannheim, Speyer oder wo immer Sie in der Metropolregion Rhein-Neckar wohnen. In ein Café, wenn die eigene Wohnung gerade zu voll ist mit allem. Und wenn ein Treffen nicht möglich ist, sehen wir uns per Videocall.
Dieses
Trauergespräch
ist keine Pflichtaufgabe. Es ist Zeit, die Ihnen gehört.
Ich möchte den Menschen hinter den Daten kennenlernen. Wie er gelebt hat, was ihn geprägt hat, worüber er lachen konnte, was ihm wichtig war, welche kleinen Gewohnheiten ihn ausgemacht haben.
Sie erzählen in Ihrem Tempo. Vielleicht kommen die Erinnerungen leicht, vielleicht stocken sie, vielleicht sitzen wir zwischendurch einfach da. Alles davon hat Platz. Ich höre auch das, was Sie nicht aussprechen.
Wonach ich frage
Über die Jahre habe ich mir eine Fragenliste angelegt. Kein Formular, das ich abarbeite, sondern ein Faden, an dem wir uns entlangbewegen können, wenn Ihnen gerade nichts einfällt.
Wir sprechen über die Kindheit, über Familie und Freundschaften, über Arbeit, Leidenschaften und besondere Erlebnisse. Am meisten bringen aber die leisen Fragen. Woran denken Sie zuerst, wenn Sie an sie zurückdenken? Welche Musik oder welcher Geruch erinnert Sie sofort an ihn? Welche Eigenart hat Sie manchmal genervt und fehlt Ihnen jetzt?
Bei dieser letzten Frage kommen oft die besten Antworten. Das „Menschenskinder", das sie sagte, wenn ihr etwas zu bunt wurde. Dass er sich standhaft weigerte, eine Landkarte zu lesen, und deshalb regelmäßig woanders ankam als geplant, was er dann kurzerhand zum Abenteuer erklärte. Die berühmten "Oma-Schnitzel". Solche Sätze sagen Sie mir nebenbei, mit einem halben Lachen, und genau daran erkennen die Gäste später Ihren Menschen wieder.
Oft merke ich, dass Ihnen das Erzählen selbst schon guttut. Sie sehen ihn noch einmal in seinem ganzen Leben und nicht nur in den letzten Wochen. Für manche Angehörige ist dieser Nachmittag der erste Schritt in der eigenen
Trauerbewältigung.
Was ich in diesen Gesprächen höre, sind selten Fakten. Es sind Gefühle, Beziehungen, Brüche, Humor, Liebe und Menschlichkeit. Genau daraus entsteht die
Trauerrede.
Auch das Schwere hat seinen Platz
Die wenigsten Familien haben eine glatte Geschichte.
Vielleicht gab es Jahre ohne Kontakt. Vielleicht einen Streit, der nie beigelegt wurde. Vielleicht eine Krankheit, die einen Menschen am Ende so verändert hat, dass Sie ihn kaum wiedererkannt haben. Vielleicht sitzen Sie mir gegenüber und wissen nicht, ob Sie so etwas überhaupt laut sagen können.
Sie können. Sie müssen sich bei mir für nichts entschuldigen und nichts erklären.
Ein Leben, in dem nicht alles hell war, ist deshalb kein geringeres Leben. Kein Mensch ist nur eine Seite.
Ich habe über die Jahre gelernt,
Schweres
so anzusprechen, dass es niemanden verletzt und trotzdem nichts beschönigt bleibt. Es geht darum, Worte zu finden, die die Wahrheit tragen, ohne zu werten. Worte, die respektvoll bleiben, selbst dort, wo Schmerz spürbar ist.
Was davon in der
Trauerrede
vorkommt, entscheiden Sie, und ich halte mich daran. Was bei uns bleiben soll, bleibt bei uns.
Ich begleite Sie beim Erinnern, beim Lachen, beim Schweigen.
Trauer
und Dankbarkeit, Wehmut und Liebe haben nebeneinander Platz.
Wie aus Erinnerungen eine Trauerrede wird
Wenn Sie mir von Ihrem Menschen erzählen, merken Sie oft selbst nicht, wann Sie mir das Wichtigste geben. Es ist selten die große Geschichte. Es ist der Nebensatz, bei dem Ihre Stimme kurz weich wird.
Der Duft von frisch gebackenem Kuchen, der jeden Freitag durchs Haus zog. Die alte Teetasse, die immer benutzt wurde. Die Lieblingssendung, die niemals verpasst wurde. Der Satz, der in Ihrer Familie längst sprichwörtlich geworden ist. Das berühmte Kopfschütteln, der besondere Humor, die Art, Geschichten zu erzählen.
Dazu gehört der Name. Wenn Ihre Mutter für alle nur Mutti war, wenn Ihr Vater in der Familie einen Spitznamen hatte, den außerhalb niemand kennt, dann nenne ich ihn so. Ein Mensch soll in der Trauerrede so heißen, wie er bei Ihnen geheißen hat.
Solche Dinge schreibe ich mit, weil sie später die Menschen im Raum erreichen. Wenn ich bei der Trauerfeier von der Teetasse spreche, sehen dreißig Leute dieselbe Tasse vor sich, und einer lächelt zum ersten Mal an diesem Tag.
Ich gehe sparsam damit um. Zu viele Einzelheiten erdrücken eine Trauerrede, und dann hören Sie eine Aufzählung statt eines Menschen. Ich nehme die auf, die tragen, und lasse den Rest weg, auch wenn er schön ist.
Am Ende sitzen Menschen nebeneinander, die Ihren Menschen ganz verschieden gekannt haben. Der Kollege, die Schwester, die Nachbarin von gegenüber. Für die Dauer einer
Trauerfeier
sehen sie dasselbe Bild. Das ist es, was diese Erinnerungen leisten.
Vom Gespräch zum fertigen Text
Was danach passiert, bekommen Sie nicht mit. Deshalb erzähle ich es Ihnen.
Ich fange noch am selben Tag an, solange ich Ihre Stimme im Ohr habe. Warte ich zu lange, wird aus dem, was Sie mir erzählt haben, eine Notiz. Und Notizen tragen keine
Trauerfeier.
Die erste Fassung ist immer viel zu lang. Da steht alles drin, auch das Widersprüchliche, auch das, was Sie mir zögernd gesagt haben. Ich streiche nichts vorschnell weg. Erst wenn alles da ist, sehe ich, worum es in diesem Leben eigentlich ging.
Dann lasse ich den Text liegen und lese ihn am nächsten Tag noch einmal. Der Abstand zeigt mir, was ich am Tag zuvor zu schön gefunden habe. Ich lese laut, weil Sie die
Trauerrede
hören und nicht lesen werden. Sätze, über die ich beim Sprechen stolpere, fliegen raus.
Beim Feilen an der Sprache denke ich an die Menschen, die vor mir sitzen werden. An Ihre Schwester, mit der es schwierig war. An das Enkelkind in der zweiten Reihe. Wenn es Brüche gab, benenne ich sie so, dass niemand vor allen bloßgestellt wird und trotzdem nichts beschönigt bleibt. Sie sollen nach der
Trauerfeier
nach Hause gehen können, ohne dass jemand Ihnen etwas vorwirft.
Namen, Daten und Orte prüfe ich zweimal. Ein falscher Vorname in einer
Trauerrede
ist etwas, das eine Familie nie vergisst. Das passiert mir nicht.
Zum Schluss denke ich an den Ablauf der Trauerfeier. Wo die Musik kommt, wie ich hineinführe und wieder heraus, wo eine Pause stehen muss, damit Sie kurz Luft holen können. Das markiere ich mir in meiner Sprechfassung, damit ich am Tag selbst nicht darüber nachdenken muss und ganz bei Ihnen sein kann.
Am Ende steht ein Text, in dem Sie Ihren Menschen wiedererkennen. Mehr will er gar nicht.
Warum ich ohne Textbausteine arbeite
Vielleicht waren Sie schon einmal auf einer
Trauerfeier
und hatten das Gefühl, hier wird gerade jemand anderes verabschiedet. Alles war würdig, nichts war falsch, und trotzdem sind Sie hinterher hinausgegangen und wussten, so soll es bei Ihnen nicht sein.
Dieses Gefühl trügt selten. Es stellt sich ein, wenn eine Trauerrede aus Bausteinen zusammengesetzt ist, in die nur noch ein Name eingesetzt wurde.
Jeder Mensch trägt eine eigene Geschichte in sich. Erfahrungen, Widersprüche, Humor, Brüche und Momente von Glück. Das lässt sich nicht in eine Vorlage füllen.
Ich beginne deshalb bei jeder Trauerrede mit einem leeren Blatt. Kein Satz aus einer früheren Trauerrede wandert in Ihre. Das kostet mich Zeit, und genau die ist der Grund, warum Ihre Mutter am Ende nach Ihrer Mutter klingt und nach keiner anderen Frau.
Angehörige sagen mir oft, sie hätten das Gefühl gehabt, ich hätte den verstorbenen Menschen gekannt. Das ist das schönste Kompliment, das mir jemand machen kann, und es kommt nur zustande, wenn vorher wirklich zugehört wurde.
Gerade jetzt, wo vieles schneller und automatischer wird, halte ich daran fest. Eine Trauerrede ist der letzte Text, der für einen Menschen geschrieben wird. Er sollte von einem Menschen kommen.
Was mich als Trauerrednerin besonders macht
Vielleicht sehen Sie sich gerade mehrere Trauerrednerinnen an und fragen sich, woran Sie überhaupt einen Unterschied erkennen sollen. Viele Kolleginnen und Kollegen arbeiten mit erprobten Strukturen. Bei hoher Nachfrage ist das verständlich, und ich mache niemandem einen Vorwurf daraus.
Ich habe mich anders entschieden, und diese Entscheidung kostet mich etwas. Zeit vor allem, und damit die Möglichkeit, viele Trauerreden zu halten.
Was Sie davon haben: Ich achte auf die kleinen Sachen. Die Gesten, die Sprüche, die Eigenheiten. All das, was Ihren Menschen unverwechselbar gemacht hat und in keiner Traueranzeige steht.
Dazu gehört für mich, offen über Geld zu sprechen. Mein
Honorar
steht auf der Seite
Die Trauerrede, damit Sie nicht danach fragen müssen. In einer Woche, in der Sie ohnehin ständig irgendwo Auskünfte einholen, sollten Sie wenigstens das nicht auch noch tun müssen.
Eine individuell geschriebene Trauerrede in der Metropolregion Rhein-Neckar spendet Trost, gibt Halt und schafft einen Raum, in dem die Erinnerung weiterlebt.
Meine Gabe der Empathie
Vielleicht ist Ihnen in den letzten Tagen etwas passiert, das Sie sich selbst nicht erklären können. Sie sitzen bei der Beerdigungsplanung und sind vor allem wütend. Oder Sie merken zwischendurch so etwas wie Erleichterung und erschrecken darüber.
Sie müssen mir das nicht erklären. Ich spüre solche Dinge meistens, bevor sie ausgesprochen werden, und ich weiß, dass
Trauer
selten sauber und harmonisch daherkommt. Liebe und Dankbarkeit liegen oft dicht neben Enttäuschung, Wut oder Schuld, besonders dann, wenn eine Beziehung schwierig war.
Diese Empathie ist mir geschenkt worden, ich habe sie nicht erlernt. Was ich über die Jahre gelernt habe, ist der Umgang damit. Nah bei Ihnen zu sein und trotzdem den Kopf frei zu behalten, damit ich am Tag der Trauerfeier vorne stehen und sprechen kann, während andere weinen. Diese Gabe ist ein Geschenk und eine Verantwortung zugleich, und ich gehe entsprechend sorgfältig damit um.
Für Sie heißt das: Sie können mir auch das sagen, was Sie sonst niemandem sagen. Dass Sie ihn manchmal kaum ausgehalten haben. Dass zwischen Ihnen etwas offen geblieben ist. Dass Sie nicht wissen, ob Sie überhaupt trauern. Ich bewerte das nicht, und ich trage es nicht weiter. Was davon in die Trauerrede kommt, entscheiden Sie.
In meiner Arbeit mit trauernden Familien in der Metropolregion Rhein-Neckar ist das oft das Wichtigste. Dass jemand da ist, die versteht, ohne dass Sie es erst in Worte fassen müssen.
Wenn ein Abschied schwierig ist
Vielleicht ist bei Ihnen etwas dabei, von dem Sie denken, das lässt sich niemandem erzählen.
Ein Verhältnis, das nie einfach war.
Eine Familie, die seit Jahren zerstritten ist. Ein Mensch, zu dem Sie widersprüchliche Gefühle haben und der trotzdem verabschiedet werden muss. Trauer, Wut, Schuld, Erleichterung und Liebe, alles gleichzeitig. Beides ist wahr. Sie müssen sich nicht für eines davon entscheiden.
Das alles kommt bei mir vor, und es überrascht mich nicht. In der Metropolregion Rhein-Neckar begleite ich immer wieder Familien, bei denen der Abschied kompliziert ist. Sie sind damit keine Ausnahme.
Eine ehrliche Trauerrede beschönigt nichts und verletzt trotzdem niemanden. Sie braucht eine Sprache, die die hellen und die dunklen Seiten eines Lebens würdigt, ohne über sie zu richten.
Das gilt auch dann, wenn kaum jemand kommt. Ich stand einmal in einer Halle, in der außer dem Organisten, dem Bestatter und mir niemand saß. Der Sohn hatte die Trauerfeier organisiert und im letzten Moment abgesagt. Ich habe die Trauerrede trotzdem gehalten, in voller Länge und mit derselben Achtung wie sonst. Jeder Mensch verdient diesen letzten Respekt, unabhängig davon, wie sein Leben verlaufen ist.
Wie ich mit sensiblen Situationen umgehe
Manche Abschiede wiegen schwerer als andere. Nach einem Suizid, nach einer stillen Geburt, oder wenn in einer Familie alte Wunden aufbrechen, die nie versorgt wurden.
Nach einem Suizid erlebe ich fast immer dasselbe. Angehörige schwanken zwischen Sprachlosigkeit und dem Wunsch, endlich verstanden zu werden, und viele fürchten, etwas Falsches zu sagen. In der Trauerrede erkläre ich deshalb nichts. Ich benenne, was geschehen ist, und spreche über den Menschen, der vorher da war. Mehr dazu steht unter
Umgang mit Trauer nach Suizid.
Bei einer stillen Geburt oder beim Verlust eines
Sternenkindes
trauern Eltern, Großeltern und Geschwister oft ganz unterschiedlich, und mitten in der Familie entstehen daraus Missverständnisse.
Ich erinnere mich an
eine Oma, die selbst mehrere Schwangerschaften verloren hatte und nie darüber sprechen konnte. Ihre Wut auf die offene Trauer ihrer Familie war in Wahrheit ihre eigene, jahrzehntelang verdrängte Trauer. Erst durch behutsames Zuhören löste sich etwas. Ein Stück Anerkennung für das, was so lange keinen Platz hatte.
Solche Erlebnisse zeigen mir, dass jede Form von Trauer ihre eigene Sprache hat. Eine persönliche Lebensrede kann Worte finden, wo sie vorher gefehlt haben, zwischen Generationen und zwischen sehr verschiedenen Gefühlen.
Meine Haltung
Vielleicht fragen Sie sich, ob Sie bei mir einer von mehreren Terminen dieser Woche sind. Ich nehme bewusst nur so viele Trauerreden an, wie ich mit voller Aufmerksamkeit begleiten kann. Für Sie heißt das: Wenn ich zusage, habe ich Zeit für Sie. Und wenn ich absage, dann deshalb, weil ich Ihnen diese Zeit sonst nicht geben könnte.
Manche Angehörige überlegen, die Trauerrede selbst zu schreiben. Das ist ein schöner Gedanke, und manchmal ist es genau richtig. Häufiger erlebe ich, dass die Kraft dafür in diesen Tagen fehlt. Wer die Trauerrede schreiben lässt, gibt damit nichts aus der Hand. Sie erzählen, ich höre zu, und was entsteht, bleibt Ihre Geschichte. Ich forme sie nur in Worte, die vor anderen tragen.
Für mich zählt jede Lebensgeschichte, unabhängig davon, wie sie verlaufen ist. Manche Lebensläufe sind gebrochen, widersprüchlich oder schmerzhaft. Es gibt Menschen, die wenig Glück hatten, deren Beziehungen kompliziert waren oder die mit sich selbst haderten. Auch solche Geschichten erzähle ich ehrlich, ohne zu urteilen, ohne zu beschönigen und ohne in Mitleid zu verfallen.
Jedes Leben hat einen Wert, auch wenn es von außen betrachtet unvollkommen wirkte.
Wenn Sie hören möchten, wie ich über diese Arbeit denke, bevor Sie mich anrufen: In einer Podcastfolge spreche ich ausführlich darüber. Manchen Familien hilft es, vorher eine Stimme gehört zu haben.
Mein Warum
Eigene Verluste haben mir gezeigt, was Worte können. Sie nehmen keinen Schmerz weg. Sie geben Halt, wenn der Boden fehlt. Diese Erfahrung trage ich in jede Trauerrede hinein.
Ich begegne Menschen in den verletzlichsten Momenten ihres Lebens. Sie erzählen mir von Liebe, von Verlust, von Versöhnung, und ebenso von
Brüchen
und unausgesprochenen Worten. Dass Angehörige mir das anvertrauen, ist jedes Mal ein großes Geschenk.
Meine Aufgabe sehe ich darin, Worte zu finden, die tragen, wo der Schmerz überwiegt. Worte, die ehrlich sind, ohne hart zu sein. Worte, die Erinnerungen lebendig halten, ohne sie zu verklären.
Ich schreibe und spreche, um Erinnerungen Raum zu geben. Für Nähe, für Verständnis und für die Liebe, die bleibt. Das ist mein Warum.
Am Tag der Trauerfeier
An diesem Tag müssen Sie nichts steuern. Das ist vielleicht das Wichtigste, was ich Ihnen darüber sagen kann.
Ich bin früh da, gehe durch den Raum, spreche mit dem
Bestattungsunternehmen und
dem Friedhofspersonal und kläre, was noch offen ist. Wenn Sie ankommen, ist alles geregelt.
Während der Trauerfeier halte ich die Trauerrede, führe in die Musik hinein und wieder heraus und stimme mich ab, wenn jemand aus der Familie selbst sprechen möchte. Ich stehe dann daneben, falls die Stimme unterwegs nicht mehr trägt. Das kommt häufiger vor, als Sie denken, und es ist kein Grund zur Sorge.
Ich spreche langsam und lasse Pausen. Wer gerade jemanden verabschiedet, nimmt vieles nur halb auf, und zwischen den Sätzen braucht es Luft.
Oft spüre ich während der Trauerrede, wie sich etwas verändert. Die Spannung lässt nach, Gesichter werden weicher, jemand lächelt bei einer Erinnerung, ein anderer weint. Das sind die Momente, in denen Worte verbinden.
Auch bei schwierigen Abschieden bleibt mein Ton derselbe. Ruhig, klar und zugewandt. Jeder Abschied verdient Würde.
Warum mir Rückmeldungen so viel bedeuten
Wenn Angehörige mir Wochen später schreiben, dass die Trauerrede noch nachklingt, weiß ich, dass meine Arbeit ihren Sinn erfüllt hat.
Oft höre ich, dass Familien überrascht waren, wie viele Seiten eines Lebens in der Trauerrede sichtbar wurden. Auch solche, an die sie selbst lange nicht mehr gedacht hatten. Sie freuen sich, wenn kleine Gesten, liebgewonnene Gewohnheiten oder typische Sätze ihren Platz gefunden haben.
Gerade nach schwierigen Abschieden bedeuten mir diese Rückmeldungen viel. Wenn jemand sagt, das war ehrlich und trotzdem tröstlich, oder dass endlich alles ausgesprochen werden konnte, ohne dass es wehgetan hat, dann hat sich der Mut zur Wahrhaftigkeit gelohnt.
Solche Sätze sind für mich eine Verpflichtung für die nächste Trauerrede.
Wo ich für Sie da bin
Ich lebe und arbeite in der Metropolregion Rhein-Neckar. In Ludwigshafen, Mannheim und Heidelberg bin ich so oft wie in Speyer, Frankenthal, Worms, Schwetzingen, Bad Dürkheim, Grünstadt, Neustadt an der Weinstraße oder Neulußheim, dazu im Rhein-Pfalz-Kreis, im Rhein-Neckar-Kreis und bis nach Karlsruhe.
Dass ich die Friedhöfe und die Abläufe vor Ort kenne, nimmt Ihnen ein Stück Organisation ab. Ich weiß, wie lang eine Trauerfeier in dieser Halle sein kann und wie der Weg zum Grab verläuft. Sie müssen mir das nicht erklären.
Ich fahre auch weiter. Wenn Ihre Trauerfeier außerhalb der Region stattfindet, sprechen Sie mich an. Anfahrt und Mehraufwand klären wir vorher offen miteinander, damit Sie wissen, womit Sie rechnen. Meistens findet sich ein Weg.
Vieles lässt sich im Vorfeld telefonisch oder per Videogespräch klären. Für eine echte Verbindung reichen Aufmerksamkeit und Zeit.
Was meine Arbeit kostet, steht offen auf den Seiten
Die Trauerrede,
Trauerredenvorsorge und
Trauerbegleitung sowie in den
häufigen Fragen. Dort finden Sie auch Angaben zu Ablauf und Umfang.
Noch mehr Einblicke in meine Arbeit
Wie ich klinge, lässt sich schwer beschreiben. Deshalb liegen die Videos hier. In meiner Reihe
Wie ich Trauerreden schreibe
spreche ich darüber, was eine gute Trauerrede ausmacht, warum sie kein Lebenslauf ist, was ich in einer Trauerrede bewusst nicht sage und wie ich mit schwierigen Beziehungen in einer Familie umgehe.
Für viele Familien ist das der Moment, in dem sie sich entscheiden. Sie hören eine Stimme, ein Tempo, eine Art, Pausen zu setzen, und wissen dann, ob sie sich vorstellen können, dieser Person am Küchentisch von ihrer Mutter zu erzählen.
Was Angehörige mir geschrieben haben
Liebe Patricia, jetzt finde ich endlich die Zeit, dir für deine bewegende Rede zu danken. Deine Worte haben alle Gäste tief berührt und ihnen geholfen, ihre eigenen Erinnerungen mitzunehmen. Du hast meinem Mann einen würdigen Abschied beschert, und dafür bin ich dir zutiefst dankbar. Ich hoffe, dass du auch in Zukunft mit deinen Reden und Vorträgen die Herzen der Menschen berührst und sie zum Nachdenken anregst. Liebe Grüße, Oliver K.





